Lasst uns reden, 

es gibt viel zu verändern, 

lasst es uns gemeinsam tun ! 

 

 

Corona ist eine Zumutung. Die allgemeine Unzufriedenheit ist verständlich. 

Sie darf uns aber nicht ablenken von den viel größeren Aufgaben, 

die wir ALLE gemeinsam gestalten müssen: 

dem Aufbau einer anderen Art zu leben und zu wirtschaften, 

damit wir unseren Planeten nicht noch komplett zerstören. 

 

Die allgemeine Unzufriedenheit darf uns nicht verführen, 

uns instrumentalisieren und spalten zu lassen. 

Nur zusammen sind wir stark - und weniger allein. 

Gespalten und zerstritten können wir nichts bewegen. 

 

Ein Plädoyer 

gegen den Missbrauch von Corona als Projektionsfläche

für all das, was tatsächlich im Argen liegt 

und gegen die Angriffe auf die, die bemüht sind, uns zu schützen. 

 

Ein Plädoyer

für Austausch und Verständigung, auch wenn es zuweilen schwer fällt, 

für kritisches Hinschauen und präzise Analysen, was genau geändert werden muss, 

für die Unterstützung der Regierenden durch konkrete Forderungen

für konsequentes Handeln der Politik. 

 

Damit die Unzufriedenheit nachlässt, 

wir wieder auf den Boden der Tatsachen kommen

und damit wir schaffen, was definitiv dringend nötig zu tun ist. 

 

Vorwort

Es begann mit einem Neujahrstelefonat. Ich hörte Dinge von meiner, mir seit Studienzeiten vertrauten Freundin, in denen ich sie plötzlich nicht wiedererkannte. 

Sie war nicht die Erste, von der mir, mich irritierende, emotionalisierte Weltwahrnehmungen entgegen kamen. Es begann schon vor Jahren mit einer Psychotherapeutin im Bekanntenkreis, die mir unsere Bedrohung durch „Chemtrails“ weismachen wollte, von Flugzeugen ausgeblasene Chemikalien, die unser Denken verändern sollen und eine Herrschaftsübernahme aus Alaska (!) vorbereiten würden. 

Ganz am Anfang der Pandemie, also vor knapp zwei Jahren, „beballerte" mich dann ein Mann, mit dem ich nur kurz zu tun hatte, nachdem als ich mich im Gespräch mit ihm durch Abstand und Maske schützen wollte, mit endlos Links zu reißerischen, gar richtig hetzerischen You-tube-Filmen, die jedes wissenschaftliche Denken fehlen ließen und vor allem eins wollten, das Virus und meine Vorsicht im Umgang damit für Quatsch erklären. 

Eine weitere Bekannte, nicht Freundin, aber sie war schon zwei, drei mal bei mir zu Hause gewesen, wir hatten uns nett unterhalten und ich dachte, sie könnte eine Freundin werden, wurde kurz darauf total wütend und brach abrupt den Kontakt mit mir ab, nachdem wir zur Maskenpflicht unterschiedliche Meinung feststellten. Sie wolle sich nicht sagen lassen, dass sie ansteckend sei, das sei empörend. Sie sei völlig gesund. 

Einige Monate später rief mich eine junge Mutter höchst besorgt an, sie habe sich impfen lassen, nun habe ihr ihre Schwägerin ein Video geschickt, dass man nach einer Impfung tot umfallen könne, weil das Immunsystem zusammenbreche, was dann aus ihren Kindern würde, ob sie einen Riesenfehler gemacht habe. Ob ich mal checken könnte, ob man das Video wirklich ernst nehmen müsse. Es zeigte aus großer Ferne einen Mann in einem Hörsaal, der der Corona-Impfung schlimmste Folge andichtete, auch Unfruchtbarkeit und Impotenz. Die Aufnahme war so weit entfernt, dass man die Mundbewegungen des Mannes nicht überprüfen konnte. Auch sie war deshalb schon zweifelnd, ob hier vielleicht Bilder mit einem anderen unterlegt worden waren. Ich  konnte sie dann beruhigen und ihr raten, auf ihren Mann zu hören, der ihr schon gesagt hatte, sie solle so ein Zeug nicht anschauen.  

Über all das schüttelte ich den Kopf und ließ es nicht an mich ran. Vor zwei, drei Monaten warf mir dann eine langjährige Freundin, die häufig krank ist und definitiv kein starkes Immunsystem hat, den Hörer auf, als ich erstaunt fragte: „Wie, Du bist nicht geimpft?“. Seither hat sie auf zwei meiner Kontaktversuche nicht mehr reagiert, was mich traurig macht. 

Doch als nun meine links-kritisch, sozial engagierte und sehr umweltbewusste französische Freundin aus Studienzeiten im Neujahrstelefonat auch solche Töne von sich gab, berührte sie mich erstmals hautnah, was mich zuvor nur genervt hatte, diese Corona-Diskutiererei seit zwei Jahren, die alles dominiert. 

Zeitgleich gingen dann auch noch in meiner 160.000-Einwohner-Stadt 500 Menschen wegen Corona-Auflagen und der Frage der Impfpflicht auf die Straße, während sich für die, aus meiner Sicht viel brennenden Umweltprobleme selten so viele Menschen aufmachen und protestierend vor die Türe bewegen. 

„Wie kann das sein?“ fragte ich mich. Und wieso erzählen die Menschen hier auf der Straße das Gleiche wie meine Freundin, die 1200 Kilometer entfernt in Frankreich ist? Wie vernetzt ist das alles? 

Ebenfalls zeitgleich schickte mir ein Freund aus Kanada die Warnungen eines kanadischen Politikwissenschaftlers, der meint, sein Land müsse sich auf die Möglichkeit der Wiederwahl von Donald Trump 2024 vorbereiten und mit ihm auf die Zerstörung der amerikanischen Demokratie. 

„Wackelt hier die Basis unserer geteilten Wahrnehmung der Welt?“, fragte ich mich. Was ist hier berechtigte Kritik, die die Menschen ausdrücken wollen. Was wird hier wie zusammen gemischt zu einem giftigen Gebräu, das unserer Demokratie schadet? 

Wie gehe ich mit dieser plötzlichen Fremdheit im Vertrauten um? 

Wie wird sie es aufnehmen, wenn ich ihr in Teilen vehement widersprechen muss?

Viel ist jetzt von „Spaltung“ die Rede, was suggeriert, dass diese emotionalisierte Weltwahrnehmung, die jede Kompromiss- und Verständigungsbereitschaft hintertreibt, schon die Hälfte unserer Bevölkerung erfasst hätte. Aber ist nicht auch das schon wieder eine überemotionalisierende Erzählung? Noch ist es ein kleiner Teil der Gesellschaft, der sehr laut schreit. Noch. 

Was können wir dagegen unternehmen, dass das Virus der Staatsfeindlichkeit, das mit Corona entstanden ist, zur geistigen Pandemie wird, die uns hindern wird, die noch viel gefährlichere grassierende Umweltzerstörung zu stoppen? Nachdenken, genau hinschauen, benennen, die Politik ermutigen zu handeln, aber keinesfalls sie schwächen - das sind meine Überlegungen. 

In den Briefen an meine Freundin habe ich versucht, all dies zu tun. Dabei hatte ich das Gefühl, ich schreibe diese Briefe nicht nur an meine Freundin, sondern an alle Unzufriedenen, in der Hoffnung, vielleicht auch die zu erreichen, die schon hinter einer Mauer von Wut sitzen - und das Vertrauen in die Politik verloren haben, aber auch an die Politik, die wie auch ich finde, dringend handeln muss und nicht nur den Status Quo weiter zu führen - wo es angesichts unserer grassierenden Zerstörung des Biotops, von dem wir abhängig sind, so ganz anders nötig gewesen wäre. 

 

 

Inhalt: 

1. ………………………………………………………………………………………….. 6

Corona und die Zumutungen für uns alle

Wir sollten uns gegenseitig stützen und nicht schwächen  7´

Zerstritten über diesem blöden Virus 

Empörung über Monsieur le Président 

Rück- und Augenblick gibt es nie gleichzeitig

Auch Politiker machen Fehler und können ausrasten

Fehler im System, die wir beheben müssen

Nachsichtig sein - aber Veränderung fordern

2. ………………………………………………………………………………………….. 7

Der Vorwurf der „Lügen-Presse“

Wissenschaft und Presse arbeiten nach ähnlichen Prinzipien 4´

Wissenschaft und Journalismus sind der Wahrheit verpflichtet

Das Verlangen nach schnellen, klaren Antworten

Die Welt ist nicht so einfach, sie ist komplex 

3. ………………………………………………………………………………………….. 8´

Die „Mainstream“-Medien und die „Oligarchen“ des Internets

In den sozialen Medien kann jeder unkontrolliert alles verbreiten 6´45

Die (un-)sozialen Medien produzieren Parallelgesellschaften

Lügen verbreiten sich schneller als die Wahrheit

Fake News - ein lukratives Geschäft

Verdeckter Antisemitismus und ihre neorechten Umschreibungen 

Lügen, Bedrohungen, banaler Quatsch

Das Korrektiv der klugen Köpfe

4. ………………………………………………………………………………………….. 10

„Corona-Diktatur“ und die „Gefährdung die Demokratie“

Wer sind hier die Retter? Wer die Gefährder? 6´22

Der Ruf nach dem „Führer“ 

Sie halten sich für Retter

Professionell gestaltet schon beim ersten Auftritt

Gigantische geschichtliche Vergleiche …

… verharmlosen die Taten der Nazis, bieten „Helden“-Erzählungen

5. ………………………………………………………………………………………….. 11

Mit Judensternen gegen die Corona-Politik

Wer befördert die Demonstrationen ?  ca 7´

326 Millionen Infizierte weltweit 

74% aller AFD-Anhänger machen gegen die Impfung mobil

Die Gefahr an Covid zu sterben ist 369 mal höher  

Die AfD lässt demonstrieren und berät die Organisatoren

Sebastian Kurz nun im Trump-Lager 

6. ………………………………………………………………………………………….. 13

„Mit den Globuli fing es an“ 

Das eine schließt das andere doch nicht aus!  ca. 7´

Das Erbe Rudolf Steiners 

Der allopathischen Medizin mangelt es oft an menschlicher Wärme

Der „energetisch gereinigte Raum“ 

Die alternative Medizin ist keine Magie

Selbstüberschätzung und Geltungsdrang 

Stärkung des Immunsystems

7. ………………………………………………………………………………………….. 15

Jede Menge Skandale - aber was folgern wir draus ? 

Bitte genau hinschauen, und nicht den Bock zum Gärtner machen!  ca. 17´

schräge Vergleiche mit emotionalisierender Wirkung 

Geduld und Überzeugungsarbeit - das ist Demokratie

Hoffnung auf einen harmloseren Krankheitsverlauf mit der Impfung

Die Entwicklung der Pandemie ist rasant - und anstrengend

Helfen, dass nicht alle gleichzeitig durch Krankheit ausfallen 

Biontech - das ist nicht „die Pharmalobby“ 

Besteuerung der Super-Reichen - ja, dringend nötig 

Mit Corona und der Frage der Impfung hat das nichts zu tun

Volksverhetzern bitte nicht den Steigbügel halten 

Lieber mit präzisen Forderungen den Regierenden den Rücken stärken 

8. ………………………………………………………………………………………….. 19

„Demokratie-Rettung“ und „Corona-Diktatur“

Die Umdeutung von Worten nagt an der Basis unserer Verständigung  6´15

Das Virus als riesige Projektionsfläche 

Die Meinung der Minderheit aushalten

Demokratie versus Solidarität? 

Omikron wird uns jetzt wohl alle „impfen“

Minimaler Pieks und schwerer Arm

Endlos Müll durch das ständige Testen

9. ………………………………………………………………………………………….. 21

Die Corona-Diskutiererei vernebelt die wirklichen Probleme

Vereint lässt sich viel bewegen - polarisiert und gespalten nichts ca. 10´

Klimawandel-Leugnung und die Warnungen des Club of Rome 

Gretas Appelle

Energie-fressendes Milliardärs-Hobby: All-Tourismus

Die Zerstörung des Asts, auf dem wir sitzen

Ge- und Verbote ordnen eine Gesellschaft

Schwarmintelligenz für eine Klimawahl

Auf die gemeinsame Aufgabe schauen, nicht auf das Trennende 

gesprochene Gesamtlänge ca. 71´30

  

Leseprobe: 

 

1. 

Corona und die Zumutungen für uns alle

Wir sollten uns gegenseitig stützen und nicht schwächen 

 

Ma chère, liebste Freundin, 

 

ich kann gut nachfühlen, dass Euer Staatspräsident Macron mit seiner drastisch-populären Ansage, er werde alle Impfgegner „emmerder“, also nerven bis zum Bekacken, das Fass Deiner Geduld zum Überlaufen gebracht hat, dass Du jetzt auch bereit bist, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Du erzähltest, dass Du als Schulpsychologin immer mehr Menschen erlebst, die sich über Corona und der Frage wie wir uns davor schützen können, so sehr zerstreiten, dass sie nicht mehr miteinander reden können. Was ist nur los ? Bei uns ist es ähnlich. 

 

Zerstritten über diesem blöden Virus 

 

Die Leute zerstreiten sich über der Frage der Abwehr dieses blöden Virus. Eben las ich eine Umfrage des deutschen Caritasverbandes:  72% der Befragten finden, der gesellschaftliche Zusammenhalt habe unter der Pandemie gelitten. Und 2021 gab es so viele Straftaten mit politischem Hintergrund wie in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr. Die Corona-Pandemie spiele dabei eine wesentliche Rolle. Tätlich angegriffen wurden Politiker, Ärzte, Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr und alle, die sich im Kampf gegen Corona engagieren. 

 

Bei Euch, lese ich, haben ein Drittel aller Wähler so genug von Staat und Regierung, dass sie bereit seien, radikal rechts zu wählen, ein Teil will gar dem ultra-rechten Volksverhetzer Eric Zemmour seine Stimme geben, einem rechtskräftig wegen Aufrufs zu rassistischer Diskriminierung Verurteilten. Von einem Freund aus Kanada höre ich, dass Politikwissenschaftler dort fürchten, Trump könne 2024 wiedergewählt werden. Man müsse sich vorbereiten. Die Demokratie in den USA könne zerbrechen. Klar, dass das auch Folgen für uns in Europa haben würde. Mir macht das Sorgen.

 

Empörung über Monsieur le Président 

 

Ja, Empörung über Euren Staatspräsidenten hätte es hier wohl auch gegeben. Wenn bei uns Politiker den Stinkefinger zeigten, schlugen hier die Wellen auch immer hoch. 

 

Wegen der oben beschriebenen Sorgen schaue ich aber lieber auf die Probleme unser aller Politiker mit diesem, vor zwei Jahren noch völlig unbekannten Virus, das erst erforscht werden musste und noch wird. Angesichts der sich auftürmenden Infektions-Wellen und der massiven Sterberaten mussten sie quasi im Dunklen über Maßnahmen entscheiden und handeln, denn seit zwei Jahren stürzt in vielen Ländern fast täglich mindestens ein Jumbojet voller Menschen mit diesem Virus in den Tod. 

 

Über 326 Millionen Menschen haben sich weltweit angesteckt. 5,5 Millionen sind daran bislang gestorben (Zahlen von Mitte Januar 22). Die Lockdowns waren für ganze Branchen existenzbedrohend. Die staatliche Unterstützung hat riesige Schuldenberge aufgetürmt. Kultur und Wirtschaft wurden geschwächt, Bürger an Belastungs- und Geduldsgrenzen gebracht, Jugendliche sind depressiv geworden. Operationen wurden und werden wegen der Überlastung der Krankenhäuser verschoben, die häusliche Gewalt hat zugenommen, und was ich sehr bedenklich finde: Wir wurden von einer noch viel größeren Aufgabe abgelenkt, von der Bekämpfung des Klimawandels. 

 

Rück- und Augenblick gibt es nie gleichzeitig

 

Erst rückblickend wird man beantworten können, ob all die Maßnahmen, die ergriffen wurden, richtig waren. Mitten im Problem entscheidet man unter dem Eindruck des Moments, später erst, mit Abstand womöglich ganz anders. Das eine ist der Rück-, das andere der Augenblick. Man hat nie beide gleichzeitig. 

 

Nun gibt es seit knapp einem Jahr eine Impfung, die das Virus zwar nicht aus der Welt schaffen, aber doch offenbar Ansteckungswellen abflachen und das Risiko schwerer Verläufe mindern kann. Sie regt den Körper an, einen natürlichen Schutz aufzubauen, damit wir uns allmählich dem Risiko der Naturansteckung aussetzen können. 

 

Doch eine kleine, entscheidende Minderheit lehnt den Rettung versprechenden Balken im Strudel der Ereignisse ab. Sie macht mit viel Lärm massiv Stimmung dagegen, verbreitet populistische Halbwahrheiten, sogar manifeste Lügengeschichten: Man werde beim Impfen gechipt, unfruchtbar, gar impotent. „Impfen tötet“ hat hier sogar jemand auf den Asphalt gesprüht. 

 

Auch Politiker machen Fehler und können ausrasten  

 

Ich denke, als Politiker kann einen sowas auch mal nerven. Was Rettung verspricht, wird nicht ausreichend genutzt. Die erhoffte Immunisierung der Gesellschaft - Fehlanzeige. Und noch viel schlimmer: angesichts der kursierenden Schauergeschichten, gerät die gemeinsame Wissensbasis ins Wanken. Dazu mutiert auch noch das verdammte Virus und stellt bisherige Erkenntnisse und geschmiedete Rettungspläne immer wieder neu in Frage. 

 

„Planlosigkeit“, „Entscheidungs-Hick-Hack“, „konfuse Politik“ sind die Vorwürfe, wo vielfach Verständnis nötig wäre. Ich finde, was unsere gewählten Volksvertreter seit zwei Jahren leisten müssen, verdient ebenso Anerkennung und Verständnis wie all die Pflegenden in den Krankenhäusern, die Eltern, die Lehrer … Alle brauchen wir Verständnis und Geduld. 

 

Fehler im System, die wir beheben müssen

 

Ja, auch für Fehler, die passiert sind: voreilig gegebene Versprechen, Notfallpläne, die abgebrochen wurden, weil sie von der Entwicklung überholt wurden. Natürlich nicht für den Millionen-Betrug mit Maskenkäufen und in Testzentren. Schwierig auch, dass die Kultur so massiv unter die Wirtschaft gestellt wurde, dass Gelder mit der Gießkanne ausgeschüttet wurden, die nun zurückverlangt werden, und die Menschen, die da schnell zugegriffen haben, ärgern sich jetzt. Dass den Pflegenden applaudiert wurde und ihre schlechte Bezahlung nicht nur mit ein paar Einmalzahlungen aufgebessert werden kann. Corona hat systemische Fehler sichtbar gemacht, die geändert werden müssen. Das steigert die Unzufriedenheit. Abhilfe ist aber nicht so schnell umsetzbar, wie es not täte.

 

Nachsichtig sein - aber Veränderung fordern

 

Es ist keine leichte Zeit. Wir sollten besonders liebevoll und nachsichtig miteinander sein, uns nicht noch zusätzlich schwächen, gleichwohl aber auch fordern: dass Betrug strafverfolgt, das Gesundheitssystem verbessert und die nötigen Lektionen auch wirklich gelernt werden. Ich bin ganz bei Dir und Deiner Kritik, dass die Privatisierung der Krankenhäuser, ihre Verwandlung in Wirtschaftsbetriebe, Teil des aktuellen Problems ist, das nun, wie Du sagtest, „weggeimpft“ werden soll. Krankenhäuser als Orte der Grundversorgung aufzugeben, auch bei uns gab es diese fatale neoliberale Fehlentwicklung, die wir wieder zurückdrehen müssen.

 

Genug für heute, beim nächsten Mal schreibe ich Dir, was ich nicht verstehen kann an dem, was ich von Dir gehört habe.

 

Je t´embrasse

 

Renate 

 

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